Stationen

Stationen begleiten uns ein Leben lang, U-Bahn, S-Bahn, Bus-, ICE- und unsere Inneren, eigenen Stationen.
Wohin sie gehen, wie oft wir an ihnen stehen bleiben erfahren wir erst, wenn wir sie passiert haben.

Lebensstationen sind so reich gefüllt mit Erinnerungen, dass sie mich manches Mal all meine Kraft kosten standhaft zu bleiben, bei ihnen zu verharren.

In vielen Häusern war ich Zuhause, kaum ein paar Stunden vergingen und ich fühlte mich in die dortige Lebensatmosphäre hinein. Nicht einmal der Spiegel im Flur, konnte mir sagen, dass es nicht mein Zuhause war, es war eben so.

Sollte ich liebreizend sein, dann war ich es eben.

Sollte ich ruhig sein, dann war ich es eben.

Sollte ich aggressiv sein, dann war ich es eben.

Eben so, wie man ist, wenn man nie ein richtiges und eigenes Zuhause hatte.

So kam es auch, dass ich mich immer wieder verstoßen fühlte, weil mir die Ablehnung eines Menschen entgegen hauchte. Ich roch den stinkigen Atem, der mir sagte, du bist hier nicht willkommen.

Dann packte ich meine, ein paar wenige eigene Sachen ein und ging zum nächsten Zuhause, dass seine Tür weit geöffnet hatte.

Wann ist man willkommen, wann darf man das Gefühl fühlen, ich bin angekommen, hier bin ich gewollt?

Heute scheint die Sonne und sehe ich viele offene Türen, manche sind so weit offen, dass ich bis in ihr Zentrum, ihr Herz sehen kann.

Das macht es ein wenig einfacher, die Entscheidung welche Richtung ich einschlage, welche Tür ich passiere und es wieder, eventuell wie so oft kurz, mein neues Zuhause wird.

Viele, ja so viele Zentren, Herzen sind kalt, so kalt das mein Atem gefriert und die Worte des Willkommens einfriert.

Welche Stationen haben sie passiert, dass sie ein so kaltes Zentrum, dass Herz haben?!

Ich setze mich auf den einen leeren Stuhl und warte.

Aber worauf warte ich?

Vielleicht darauf, dass ein Herz zu tauen beginnt und ein wenig Wärme fliessen läßt?

Ja das muß es sein, Wärme die mich umhüllt einfängt und niemals mehr los läßt.

Wärme die mich anlächelt, mich liebenswert findet und mich an die Hand nimmt und führt.

Wenn es so ist, dann öffnet sich mein Zentrum, mein Herz in nur wenigen Augenblicken und gewährt den schutzlosen Eintritt.

An kleinen Stationen in meinem Zentrum, holpert es ein wenig und läßt den neuen manches Mal auch stolpern. Ich wünschte mir es gäbe diese Narben nicht, denn der neue stellt dann Fragen, es sind viel zu viele, einige kann ich gar nicht beantworten.

Langsam wird es wieder kälter, die Wärme traut sich nicht, sich ganz auszudehnen und zieht sich zurück.

Jedes Mal spüre ich es, es tut so weh, dass die Wärme wieder geht und ich erneut auf die Suche gehen muß. Mit einer weiteren Narbe.

Wenn mein Herz irgendwann ganz vernarbt ist, wird es wieder heilen?

Nein, es heilt nie ganz, es wird immer etwas zurückbehalten.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Unser Schicksal....

Der Schlüssel.....

Sinn des Lebens