Tai-Me

Meine Glieder sind so schwer.
Meine Gedanken sind nur bei ihr.
Sie kreisen umher und schließen mich ein, wie in einem Nebel ist es, ich kann kaum noch sehen.
Du fehlst mir so sehr.
Ich muß mich zwingen, in der Vergangenheitsform von Dir zu reden, zu schreiben und zu denken. Es gelingt mir kaum.
Warum, ja ich stelle mir diese Frage, immer und immer wieder, warum DU?
Ich trage die Schuld an Deinem Tod, hätte ich doch auf mein Gefühl, auf diese Angst, die nicht zu erklären war gehört, wenn ja dann wärst Du noch hier, hier bei mir.
Du hast Dich gefreut, als wir uns anzogen, ich Dein Geschirr nahm und es Dir anzog.
Deine Freude war so süß und ich hatte schon da diesen Gedanken, daß ich Dich zum Tierarzt bringen werde und Du nach der Narkose Schmerzen haben würdest.
Allein dieser Gedanke war kaum zu ertragen.
Dann beim Tierarzt, ich sprach es aus, der Tierarzt sagte nichts, ich auch nicht, ich tat es als übertriebene Angstreaktion ab.
Das EKG worauf ich bestand, war nicht auffällig.
Du bekamst die Beruhigungsspritze, die Narkose und kurz bevor die OP beendet war, blieb Dein Herz stehen.
Sie haben um Dein Leben, Dein kleines Herz`chen gekämpft, nur kurz war es noch einmal da und dann mußtest Du gehen und hast mich verlassen, zurückgelassen.
Ich kann es noch immer nicht glauben, obwohl ich es weiß, daß es so ist.

Nie wieder Deine Augen seh`n,
nie wieder mit Dir spazieren geh`n.
Nie wieder Dich streicheln,
nie mehr Dir beim Schlafen zu sehn.
Nie mehr Deinen Namen sagen,
nie mehr die Freude mit Dir teilen.

Nur noch einmal, ein einziges mal möchte Dich sehen, streicheln und halten.

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